Unternehmen aus der Landeshauptstadt profitiert von wieder anziehender Nachfrage.

Walzwerk-Tradition aus Magdeburg lebt weltweit fort

Die weltweit allmählich wieder anziehende Nachfrage nach Investitionsgütern - in Magdeburg wird sie für die MWE Magdeburger Walzwerk Engineering GmbH konkret spürbar. Als ein von mehreren Nachfolgeunternehmen des ehemaligen SKET-Verbundes hat der Betrieb neue Aufträge über die Projektierung, den Bau und die Inbetriebnahme von Walzwerken unter anderem aus Indien erhalten.

von Torsten Scheer
(Artikel Volkstimme vom 22.08.09)

Magdeburg. Nach vielen Monaten "beängstigender Ruhe am Markt" kann der Geschäftsführer der MWE Magdeburger Walzwerk Engineering GmbH, Michael Krampitz , mittlerweile wieder besser schlafen. "Die Nachfrage nach Walzstraßen und deren Ausrüstungen zieht wieder an", berichtet Krampitz im Volksstimme-Gespräch: "Die Lage hat sich deutlich entspannt."

Das schwarze Zahlen schreibende Unternehmen mit insgesamt 30 Mitarbeitern ist auf die Entwicklung, die Konstruktion, die Montage sowie die Inbetriebnahme von Walzwerksausrüstungen spezialisiert. Dabei kann MWE auf einen enormen Fundus technologischer Kompetenz zurückgreifen - auf erworbene Konstruktionszeichnungen alter SKET-Walzwerke. Die Dokumentationen sind immer noch von hohem Wert, etwa bei der Ertüchtigung von Walzwerken in Russland, wohin SKET zu DDR-Zeiten allein 70 Werke geliefert hat. "In den letzten Zügen" liegt laut Krampitz die Inbetriebnahme eines bereits 1994 in die Ukraine exportierten, aber damals nicht aufgebauten SKET-Walzwerkes mit einer 600 Meter langen Walzstraße für Stabstahl. Obwohl die Ausrüstung lange Zeit im Freien gelagert war, lasse sich diese ohne große Probleme in Betrieb nehmen, berichtet Krampitz, der den Aufbau des Walzwerkes "als ein für uns phantastisches Referenzprojekt" einordnet: "Alle sind von der SKET-Qualität begeistert." Diese wirke bis in die Gegenwart fort. Beispielsweise basieren von MWE angebotene Walzgerüste noch heute auf SKET-Technik.

Foto Volksstimme: ZB
SKET-Walzgerüste wie diese auf dem Archivbild sind nach wie vor weltweit im Einsatz.

MWE versteht sich als klassischer Anlagenbauer, dem lediglich die Fertigung fehlt. Wie viele andere Wettbewerber auch, kauft MWE Walzwerkausrüstungen und Maschinen nach eigenen Zeichnungen international zu. Krampitz sieht insbesondere Indien und Russland als aufstrebende Märkte mit hohem Potenzial. Dort sei der Bedarf nach Stahl unter anderem aufgrund vieler Infrastrukturprojekte wie dem Bau von Brücken oder wegen der Modernisierung ganzer Industriezweige ganz einfach vorhanden, weiß der Geschäftsführer. In Indien entsteht derzeit die erste "echte" Walzstraße von MWE mit einer Produktionskapazität von 400 000 Tonnen Stabstahl pro Jahr.

"Wir profitieren zwar immer noch vom Namen SKET, aber die Marke MWE setzt sich doch immer mehr durch", berichtet Krampitz, der in diesem Zusammenhang auf weitere Aktivitäten für den Bau von Walzwerksanlagen in Korea , Indien und der Europäischen Union verweist.

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